Umgebindehäuser in Großschönau

Auffallend ist eine in Europa einmalige Bauweise, das für die Oberlausitz typische Umgebindehaus, wovon in Großschönau noch über 660 das Ortsbild prägen.
Seine charakteristischen Merkmale sind die Blockstube, das die Blockstube umbindende Tragegerüst und das bei zweistöckigen Umgebindehäusern in Fachwerkbauweise ausgeführte Obergeschoss. Das Tragegerüst besteht aus Säulen, Spannriegeln und Kopfbändern oder Knaggen und trägt die Last des Daches und des Obergeschosses.
Die Umgebindehäuser sind nicht nur als Haustyp interessant, sondern boten auch den einheimischen Zimmerleuten, Steinmetzen, Schmieden und Dachdeckern Arbeit und Brot. Profilierte Säulen, Verzierungen an Brettern und Kanten, Symbolhaftes, wie Sonnen oder Blitzschlangen im Giebelbereich, schmückende Fensterrahmen sowie Ochsenaugen und Hechte mit kunstvollem Schnitzwerk, bemerkenswerte Türstöcke aus Waltersdorfer Sandstein, schmiedeeiserne Gitter an den Hausfenstern und vielfältige Ornamente in der Verschieferung zeugen vom hohen handwerklichen Können der damaligen Zeit.

Die Formenvielfalt des Umgebindehauses reicht vom Kleinbauernhaus über das Bauernhaus und Weberhaus bis zum Faktoren- oder Verlegerhaus. Die fränkischen Siedler, die sich in der Oberlausitz niederließen und bei den hier ansässigen Slawen die Blockbauweise vorfanden, brachten die Fachwerkbauweise mit . Die Bevölkerungszunahme, die Entwicklung des Handwerks und ein wachsender Bedarf an Vorratsräumen verlangten eine Vergrößerung der Häuserkammer, was bei einem Blockhaus nur in begrenztem Maße möglich ist.
Die Entwicklung zum Umgebindehaus begann um 1400 und endete in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, in welchem die Steinhäuser diese Bauweise verdrängten. Eine Vorstufe waren wahrscheinlich Stützen, um die Dachlast von den Wänden des Blockhauses auf den Baugrund abzuleiten. In Großschönau finden Sie das größte zusammenhängende Umgebindehausensemble. An den Flüsschen Mandau und Lausur können Sie viele malerische Ansichten entdecken.
|