Die Geschichte Großschönaus

Großschönau wurde im 12. Jahrhundert von fränkischen Siedlern als Waldhufendorf gegründet und 1352 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Waldhufendörfer wurden zumeist zu beiden Seiten eines Bachlaufes angelegt. Im heutigen Ortsteil Waltersdorf lebten um 1200 v. Chr. Bronzegießer am Nordhang des Buchberges. Die Gründung des "Dorfes am Walde" erfolgte um 1300 n. Chr. Bauern und Köhler aus Thüringen und Franken waren die ersten Siedler. 1355 wurde der Ort erstmals urkundlich erwähnt. Am 15. Dezember 1419 kaufte die Stadt Zittau Waltersdorf von Nicolaus Warnsdorf. In vielem ähnelt die Entwicklung der beiden aneinander grenzenden Waldhufendörfer.
1666 entsandte der Zittauer Rat, dem Großschönau von 1587 an über 250 Jahre unterstand, zwei Leineweber des Ortes, die Brüder Friedrich und Christoph Lange, nach Holland. Sie sollten sich die Kunst der Damastweberei aneignen. Schon wenige Jahrzehnte später war der Leinendamast weit über die Landesgrenzen bekannt, so dass europäische Herrschaftshäuser ihre Tischwäsche vorzugsweise aus Großschönau bezogen.
In Deutschland gibt es keinen anderen Ort, in dem soviel und so lange Damast gewebt wurde wie in Großschönau. Doch auch im Ortsteil Waltersdorf entwickelte sich die Leineweberei zu einem wichtigen Erwerbszweig, um 1750 arbeiteten in den Blockstuben der Umgebindehäuser allein 500 Handweber auf 300 Webstühlen. Neben der Leineweberei wurde in Waltersdorf vor allem auch der heimische Sandstein von 1500 bis 1913 abgebaut. Man nutzte ihn als Baustoff, fertigte daraus hauswirtschaftliche Gegenstände, Gartenbänke, Grabsteine und natürlich die schönen Türstöcke, die in den vielfältigsten Formen noch erhalten sind und bewundert werden können. In Großschönau waren andere typische Erwerbszweige die Zigarrenfabrikation und die Goldschlägerei.
1834 löste die Jaquardtechnik die aufwendige Damastweberei ab und 1856 stellte der Großschönauer Fabrikant Carl Heinrich Schiffner den ersten Frottierwebstuhl Deutschlands auf. Fortan entwickelte sich Großschönau zu einer Industriegemeinde mit leistungsstarken Frottierwebereien, wie Lieske & Häbler, Richter & Goldberg und C. G. Hänsch. Heute stehen die Firmen Frottana-Textil GmbH und Damino GmbH für die Fortführung erfolgreicher Textilindustrie.
Während sich in Großschönau mit fortschreitender Industrialisierung zum bedeutenden Textilstandort entwickelte, kamen bereits 1881 die ersten "Sommerfrischler" nach Waltersdorf. Die Einwohner richteten Gästezimmer vor, verschafften sich einen Nebenverdienst und es entstanden Restaurationen. Waltersdorf wurde Erholungsort und machte sich auch als Wintersportort einen Namen. 1930 wurde die erste Sprungschanze gebaut, 1964 entstand an der Lausche ein Slalomhang und 1969 ein Skilift.
Seit dem 01.01.2003 bilden die Gemeinde Großschönau und die ehemalige Gemeinde Waltersdorf eine Einheitsgemeinde.
Großschönau - Ortsgeschichtlicher Rückblick
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